Sharks gewinnen in enger Materialschlacht…

… die Herzen der Fans

Es soll ja Menschen geben, die haben zum Pokalspiel der Sharks gegen die Red Hocks Kaufering eingeladen mit dem Hinweis „wir werden eher ziemlich viele Tore bekommen“.
Es soll auch Menschen geben, die wurden vom einen oder anderen Menschen belächelt, als sie verkündet haben: „Wir werden auf Sieg spielen.“
Es soll Menschen geben, die sich trotzdem in die Halle getraut haben und verdammt gut unterhalten wurden.
Und dann solls noch Menschen geben, die haben irritiert ihren Schläger angeschaut, der plötzlich aus zwei Teilen bestand. Gleich drei Sharks-Schläger hats in diesem heißen Fight erwischt.

Also ja, der Gegner in der zweiten Runde des FD Pokals klang übermächtig. Zwar hatten die Red Hocks vermutlich den schlecht-möglichsten Start in ihre Bundesliga-Saison, aber sie spielen halt immer noch in der Bundesliga. Die Marschroute war trotzdem klar: Eine Reihe ist zuständig dafür, dass die Bank nicht wegläuft und zum Anfeuern, die anderen beiden rennen und verteidigen bis die Schläger brechen. 🙂 Und Chris im Tor macht halt das, was Chris so macht. (wir waren etwas irritiert, beim Warmschießen zu sehen, dass Torhüter auch hüpfen können. Mal gespannt wann Chris das auch noch nachmacht :P)

Vorweg sei genommen, Chris war gewohnt gut drauf und schaffte es meistens, nicht mit seiner Frau am Spielfeldrand zu flirten oder seiner Tochter zuzuwinken. Die Defensive fuhr wohl die Taktik „Wer 1-0 führt, der stets verliert… Dann geben wir ihnen halt das Tor“ und so dauerte es grade mal 51 Sekunden bevor Marco Tobisch zum Tore schießen eingeladen wurde und als guter Gast diese Einladung auch dankend annahm.
Der nötige „Hallo Wach“-Effekt, danach stand die Verteidigung meistens großartig. Die technische Überlegenheit des Bundesligisten war sicher da, zum Glück machten die Bayern aus diesem Vorteil in diesem Spiel viel zu wenig, wirkten ideenlos ob des Bollwerks vor dem sie standen und bauten so die Sharks Minute um Minute weiter auf.
Nicht ganz acht Minuten waren gespielt, bevor Simon Martin es erstmals schaffte Kauferings Goalie zu überwinden. Fünf Minuten später setzte er Simon Zoller so in Szene, dass auch dieser sich in die Scorerliste eintragen konnte, so dass wir uns über die vermutlich erste Führung jemals gegen einen Bundesligisten freuen durften. Die Freude hielt nur eine Minute, dann nahm die eigene Freistoßmauer Chris so die Sicht, dass Ricardo Wipfler diesen Umstand zum Ausgleich nutzen konnte. Ärgerlich, aber da war ja noch das doppelte Simon. Zoller zog vors Tor, ließ sich nicht vom Gehacke auf seinen Stock beirren und legte ihn großartig (ja, Zoller kann auch Vorlage) quer auf Martin und der eiskalt zur Pausenführung. 3-2.
Wenig beeindruckt von dem was Kaufering spielerisch im ersten Drittel angeboten hatte, wollten die Sharks zumindest sehen, wie die Kauferinger Überzahl spielten. Immerhin eine Disziplin in der man selbst noch Steigerungspotential sieht und die bayrische Presse hatte im Vorfeld ja nur Gutes vom Überzahlspiel der Red Hocks geschrieben. Also wurde der übliche Verdächtige für zwei Minuten auf der Strafbank geparkt, kam von dort aber noch wenig beeindruckt zurück, so dass das zweite Drittel weiter mit der Führung angegangen werden konnte.
Ob es den schwindenden Kräften, mangelndem Glauben an sich selbst oder dem Versuch die Führung einfach 40 Minuten verteidigen zu wollen geschuldet war, man weiß es nicht, doch die Offensivaktionen nahmen ab. Gefühlt zerschellten die meisten Schüße auch schon vor Chris‘ Tor, wenn nicht, war unser Ritter aber zur Stelle, und irgendwie hatte man den Eindruck, das könnte auch tatsächlich noch eine Stunde so weitergehen. Dann bot aber der nächste Kandidat den Schiris soviel Optionen für eine Strafzeit, dass diese auch dankend angenommen wurden und wir, zumindest für 14 Sekunden in Unterzahl spielen durften. Auf der Suche nach Eis, legte ich zu dem Zeitpunkt allerdings meinen einzigen Sprint des Spiels hin… ich hab keine Ahnung ob das eine gute Kauferinger Überzahl war oder einfach Dusel, aber Ricardo Wipfler mit seinem zweiten Treffer konnte die numerische Überlegenheit auf alle Fälle zum Ausgleich nutzen.
Aber es blieben ja noch 26 Minuten Zeit. Mit diesem Warnschuß wieder aufgeweckt, von einer neuerlichen Pausenansprache angetrieben ging es mit einem 3-3 ins letzte Drittel, trotz des Rückschlags war die Sensation weiter zum Greifen nahe. Eine weitere Überzahl nutzte Kaufering mehr um uns platt zu laufen, als um Tore zu schießen. In der vierten Ausgabe von „Sechs Kauferinger gegen Fünf Tübinger“ sah lange auch alles danach aus als ob es so weitergehen sollte. Doch kurz bevor diese zuende war, kommt ein halbhoher Ball in den Slot geflogen, alle Fußballfans rechneten mit einem Flugkopfball, doch Raphael Heinzelmann hielt einfach den Schläger dazwischen und ließ Chris keine Chance. 3-4, zehn Minuten vor dem Ende.
Zehn Minuten weiter verteidigen bis aufs Blut, zehn Minuten ohne eine Strafe zu kassieren, zehn Minuten in denen man tatsächlich auch selber noch Überzahl üben durfte, aber nichts draus machen konnte. Zehn Minuten in denen der gegnerische Goalie mich Lügen strafte und fast so gut wie Chris unser letztes Aufbäumen und einige schöne Schüße vereiteln konnte. Zehn Minuten dessen Schlußpunkt eine Sekunde vor Schluß kommen sollte, als sich Dominik Stork mit einem Tor ins leere Netz dafür belohnen durfte, dass er davor 60 Minuten lang regelmäßig an David zerschellt war.

Ein bitterer Schlußpunkt einer grandiosen Teamleistung. Doch trotz der knappen 3-5 Niederlage und dreier zerbrochener Schläger steht am Ende der Stolz einen solchen Gegner zu so einem knappen Spiel gezwungen zu haben.

Mit diesem (trotz allem doch Erfolgs-)Erlebnis geht es am Samstag, 19.10., in den Regionalliga-Auftakt in der eigenen Halle. Um 16 Uhr ist Bully gegen die DJK Giants Karlsruhe-Ost, wir würden uns über viele, ähnlich begeisterte Zuschauer wie beim Pokalspiel freuen, wir geben uns auch Mühe direkt mit einem Sieg zu starten.

(Fotos: Katharina Seyfried, Björn Baumgarten / Text: Martin Fuß)

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